Hier findet ihr Informationen, Beobachtungen, Tipps von meiner Zeit in Thailand (Koh Lanta) und den von mir unternommenen Reisen. Mein Reisetagebuch und Reiseblog! Falls ihr Fragen habt, werde ich diese gerne beantworten. / Here you find information, observations and tips from my stay in Thailand and from the journeys I made. If you have any questions I am more than willing to answer them.

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Samstag, 31. März 2018

Unsere 10 Gründe, weshalb wir auf Koh Lanta leben


Als wir vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal nach Koh Lanta kamen, war die Insel noch sehr verschlafen. Keine Straße, kein Strom, kein Telefon. Im Laufe der Zeit kamen wir immer mal wieder zum Urlaub machen zurück und verfolgten die Entwicklung, die - Gott sei Dank - nicht dazu führte, dass die Insel vom Massentourismus überrannt wurde.

Es war immer unser Plan, irgendwann einmal längere Zeit in Thailand zu leben, den Großteil unseres Ruhestandes dort zu verbringen.

2008 entdeckten wir während des Urlaubs auf Koh Lanta eine Werbetafel: Thai-Intensivunterricht am Long Beach. Es stand außer Frage, dass wir die Sprache erlernen wollten, wenn wir uns in Thailand niederließen, deshalb war das der Anlass, uns zum ersten Mal darüber Gedanken zu machen, ob Koh Lanta der geeignete Standort sei. Also hakten wir unsere persönliche Checkliste ab:

Was braucht der Farang,
wenn er in Thailand gut leben will?

 

Strand
Davon gibt es hier reichlich, und für mich war die Lage am Meer bei der Suche nach einem geeigneten Domizil einer der wichtigsten Faktoren. Auf Koh Lanta werden alle Ansprüche, die man an einen tropischen Strand haben kann, durch die Strände an der Westküste abgedeckt: Wer die Seele baumeln lassen will, fühlt sich in der Bamboo Bay wohl. Wer Familienurlaub machen will, sucht sich eine Unterkunft am Klong Dao, dem Long Beach oder auch am Klong Nin. Wer sich einen Luxusurlaub gönnen will, entscheidet sich für die Kantiang Bay.

In der Bamboo Bay
Infrastruktur
Im Urlaub ist es okay, wenn man mal mehrere Tage kein oder kaum Internet hat. Es ist okay, wenn der nächste Arzt eine Stunde Bootsfahrt entfernt ist (man wird ihn ja i.d.R. sowieso nicht brauchen). Kein Brot oder nur labberigen Toast zum Frühstück? Auch gut, ess ich halt Reissuppe. Aber wenn man mehrere Monate auf einer Insel verbringt, dann möchte man auf gewisse "lebensnotwendige" Dinge (leckere frische Milch, hin und wieder ein richtig gutes Steak) oder auch Annehmlichkeiten (Geldautomat, Apotheke) nicht verzichten. Koh Lanta ist groß genug und erschlossen genug, um das und mehr zu bieten.

Am Pier in Baan Saladan
Ruhe
Obwohl die Infrastruktur von Koh Lanta stimmt, ist die Insel nicht so sehr überlaufen, dass man auf ein ruhiges, beschauliches Alltagsleben verzichten müsste. Das ist für uns sehr wichtig. Keine Jet Skis am Strand, kein Diskothekenrummel, keine Ping-Pong-Shows. (Wer regelmäßige Treffen mit Ex-Pats braucht, kann auf Koh Lanta zu Ina ins Nang Sabai, die deutsche Bäckerei, gehen. Dort findet sich immer der ein oder andere Landsmann. Es gibt, natürlich, Live Musik in den Strandbars und Karaoke-Veranstaltungen in der ein oder anderen Kneipe. Und auch andere Bedürfnisse können gestillt werden, aber da die Inselbevölkerung zu mehr als 90% muslimisch ist, halten sich einschlägige Etablissements eher im Hintergrund.)

Sprachschule
Dieser Faktor war für uns ebenfalls entscheidend bei der Standortwahl, und am Long Beach von Koh Lanta befindet sich die Lanta International Language School. Ohne Kenntnis der Landessprache ist eine Integration nicht möglich. Für andere Ruheständler mag das Erlernen der Landessprache nicht so wichtig sein, aber hier schreibe ich ja über UNSERE 10 Gründe 😏 Wir suchten uns sogar unser Haus danach aus, dass wir in der Nachbarschaft der Schule waren.


Mobilität
Damit meine ich die Nähe zu einem internationalen Flughafen. Von Lanta aus nach Krabi ist es nicht weit, und sogar Phuket ist nicht ganz und gar aus der Welt. Auch Trang ist gut erreichbar, dort gibt es ebenfalls einen Flughafen und mit dem Nachtzug kann man von Trang aus bequem nach Bangkok reisen. (Hier habe ich die Fahrt Bangkok - Trang beschrieben.) Wir verreisen gerne, deshalb war das für uns bei der Entscheidung, wo wir uns niederlassen wollen, ein wichtiger Aspekt. Und im Falle eines Falles will man ja auch die Möglichkeit haben, schnell in die alte Heimat zu kommen.

Das waren unsere ganz individuellen Gründe und hier noch ein paar Gründe, die nicht alleine für Koh Lanta sprechen, sondern eher für ganz Thailand gelten:

Nette, freundliche Menschen
Thais begegnen einander und auch den Touristen gegenüber mit Höflichkeit und Respekt. Dadurch ist es leicht, sich in Thailand wohl und willkommen zu fühlen. Außerdem lächeln sie gerne, "sanuk", Spaß, Freude am Leben, ist für sie ganz wichtig.

Viel Sonne
Die hat man i.d.R. von Anfang November bis Anfang Mai, aber auch in der Regenzeit kann man Glück mit dem Wetter haben. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, in einem Land zu leben, wo ich feste Schuhe und dicke Jacken tragen muss.

Viel Sonne und, selbstredend, spektakuläre Sonnenuntergänge
Leckeres Essen
Die Thai-Küche ist eine der besten der Welt. Auf Lanta gibt es jede Menge uriger Restaurants und Garküchen, aber auch wer auf westliche Küche steht, wird hier fündig. Ich habe auch einige Lieblingsrezepte zum Nachkochen zusammengetragen. Wer will, kann sich hier mal umschauen.



Günstige Lebenshaltungskosten
Trotz Inselzuschlag leben wir auf Koh Lanta weitaus preiswerter, als es uns in Deutschland möglich wäre. In anderen Gegenden Thailands ist der Unterschied sogar noch gravierender.

Abenteuerlust
Na ja, vielleicht ist diese Bezeichnung etwas übertrieben. Aber von Thailand aus ist es einfach und preiswert, Südostasien zu bereisen.
Außerdem: Der Alltag ist anders, spannender als in Deutschland.
Und: Ich sitze nun mal lieber hier in meiner Sala und schreibe über dies und das als in Deutschland auf dem Sofa und weiß nicht recht, was ich schreiben könnte 😉




Fazit:
10 x "check".
Wir haben mit Koh Lanta für uns die richtige Wahl getroffen!

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Seit Februar 2020 ist die Sprachschule am Long Beach von Koh Lanta geschlossen. 

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 Seit Oktober 2023 hat die Schule unter neuem Management den Betrieb wieder aufgenommen.


Freitag, 30. März 2018

Die Saison geht zu Ende. (1)

Nachdem ich letztes Jahr bereits festgestellt habe, dass das Saisonende von den Bars und Restaurants immer früher eingeläutet wird, war ich dennoch erstaunt, dass ich heute, Ende März (!!!), dieses Schild vor dem Apsara Living (ein Laden, der Möbel und Accessoires verkauft) am Long Beach sah:


Ich selber spüre auch schon eine innere Unruhe: Ich will jeden Tag entweder noch mal zum Schwimmen oder auf einen Sundowner an den Strand, denn es bleibt ja nur noch ein Monat, bevor die Saison offiziell endet.

Ich bin gespannt, wann dieses Jahr die ersten grünen Plastikplanen um die Resorts oder Bars gewickelt werden. 😕

Nachtrag: Tatsächlich war es schon ein paar Tage später soweit.

Dienstag, 27. März 2018

Wer kennt Majong?

Gestern war ich auf dem Markt, um unsere Wochenration Obst zu kaufen. Dabei entdeckte ich nach 6 Jahren doch tatsächlich noch eine Frucht, die ich bislang nicht kannte.

Ich fragte die Standbetreiberin, was das sei und sie meinte "Majong" (มะยง) und gab mir gleich eine der gelb-orangen Früchtchen zum Probieren. Der Geschmack war erstaunlich! Süß, zimtig, lecker.

Bei 40 Baht pro Kilo kann man ja nichts falsch machen, also kaufte ich ein halbes Kilo.

Die Gandaria (Majong) ist 3 - 5 cm groß.
Heute kostete Chang die Frucht beim Frühstück und war auch begeistert. Nur, um was handelte es sich? Also habe ich eben ein bisschen recherchiert und bin auch fündig geworden. Im Deutschen heißt die Frucht Gandaria oder Pflaumenmango, ein weiterer thailändischer Name ist Maprang. Die Gandaria oder Majong gehört zur Familie der Mangogewächse.

Man isst sie mit der knackigen, pflaumenähnlichen Schale, um sich dann auf das an Mango erinnernde Fruchtfleisch durchzubeißen. Einige Quellen sagen, man könne auch den harten Kern essen, aber das habe ich dann doch lieber bleiben lassen. Auch soll man von den jungen Blättern des Baumes einen schmackhaften Salat zubereiten können.

Geerntet werden die Früchte von Ende März bis Anfang Mai, wenn ihr sie also kosten wollt, dann müsst ihr euch beeilen 😏😋




Samstag, 24. März 2018

Erdbeerzeit

Gestern saßen wir beim Frühstück bei Krua Kritsana (es gab Reissuppe mit Hühnerbällchen), als ein Pick-Up langsam vorbei fuhr, der über Lautsprecher seine Waren anpries: "Strooberrie waan maak" - sehr süße Erdbeeren. "Gilo la nüng roi baht" - das Kilo zu 100 Baht.



Sofort wurde mir der Mund wässrig! Ich stand auf, lief über die Straße und besorgte mir eine Tüte.


Allerdings kostete diese Tüte 120 Baht, denn die Früchte waren etwas größer und - viel wichtiger - deutlich reifer als die, die in den Tüten à 100 Baht waren.

Nachmittags dann, als ich in unserer Sala lag und las, habe ich genüsslich eine Schüssel dieser wirklich leckeren Erdbeeren leer geputzt.

In Thailand werden Erdbeeren übrigens im Norden Thailands, in der Gegend um Chiang Mai / Chiang Rai angebaut, dort, wo früher die Opiumfelder waren.

Ich kaufe öfter Obst direkt vom Pick-Up:

Mangos (40 Baht das Kilo, 100 Baht bei Abnahme von 3 Kilos),
Bananen (20 Baht pro Kilo),
Orangen (20 Baht für ein Kilo),
neulich waren es Weintrauben (100 Baht das Kilo),
nur bei Ananas passe ich - das Schälen ist zu aufwändig.

Die Preise sind bei dieser Art des Straßenverkaufs sogar günstiger, als wenn ich Obst auf dem Markt kaufe!



Freitag, 23. März 2018

Thailändische Nudelsuppe mit Huhn - Guwei Dtiau Naam Gai

Es ist mal wieder soweit: Ich habe die Zubereitung eines weiteren köstlichen Gerichts aus Thailands Küche auf meinem Rezeptblog für euch beschrieben.

Eine typische Mahlzeit, die man in Garküchen angeboten bekommt, aber auch die meisten Restaurants haben sie auf der Speiskarte: Nudelsuppe mit Huhn - probiert es aus, es ist ganz einfach.

Ich genieße meine Portion Suppe in meinem Lieblingsrestaurant
auf Lanta: Krua Kritsana.

Donnerstag, 8. März 2018

Unterwegs in Bangkok: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen Suvarnabhumi

Nach drei Tagen Aufenthalt in Bangkok sind wir gestern wieder auf Lanta angekommen. Da wir mit praktisch keinem Gepäck unterwegs waren, haben wir es dieses Mal wahr gemacht: Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der City aus (Sukhumvit) zum Flughafen Suvarnabhumi gefahren.

Und siehe da: Es klappte bestens, wir hatten - natürlich - keinen Stau und die Kosten waren gering: 31 Baht (mit Rabbit Card *) von Nana bis Phaya Thai per Skytrain (hier geht es zur ausführlichen Beschreibung) und 45 Baht von Phaya Thai bis zum Flughafen mit dem Airport Rail Link.




Das Umsteigen in Phaya Thai ging vollkommen problemlos, die Beschilderung ist ausgezeichnet.


Zwar ist es etwas lästig, dass man zwei Fahrkarten lösen muss, aber die Fahrkartenmaschinen sind leicht zu bedienen. Sie spucken einen Chip aus, den man beim Betreten des Bahnsteigs auf das Lesegerät auflegen muss, nach dem Aussteigen muss man ihn beim Verlassen des Bahnsteigs an der Schranke einwerfen.


Die Züge verkehren übrigens von 06:00 Uhr bis Mitternacht.




Wenn man im Flughafen ankommt, muss man erst einmal 4 Etagen hoch zum Abflug, hier ist die Beschilderung allerdings nicht ganz so gut: ein Pfeil zeigt zu Departure 1 nach links und ein anderer zu Departure 2 nach rechts. Wo geht es also lang? Egal - alle Wege führen in die Abflughalle.

Insgesamt waren wir  gerade mal 50 Minuten unterwegs. Eine echte Alternative zum Taxi, wenn man nicht durch großes Gepäck behindert wird!

PS: Wir hätten auch von Asok aus mit der Metro eine Station bis Makkasan fahren und dort in den Airport Rail Link einsteigen können. Das wäre wahrscheinlich billiger gewesen, aber mit etwas mehr Lauferei beim Umsteigen verbunden. Auch bei dieser Variante hätten wir zwei Tickets lösen müssen, allerdings gilt die Rabbit Card nicht in der Metro. Derzeit werden Bemühungen unternommen, dass Bezahlsystem zu vereinfachen, sodass man mit nur einer Fahrkarte die unterschiedlichen Züge nutzen kann. Hoffen wir, dass es bald soweit ist.


* Wieder aufladbare Karte, die zum Zahlen im Skytrain eingesetzt werden kann, aber auch in einigen Foodcourts (z.B. im MBK) akzeptiert wird.

Samstag, 3. März 2018

Tagesausflug nach Koh Rok und Koh Ha

Vor ziemlich genau einem Jahr war ich zuletzt auf Koh Rok. Koh Ha kannte ich bislang nur als Tauchziel (zuletzt vor mehr als 10 Jahren!), zum Schnorcheln sollte dies mein erster Besuch dort werden.

Gestern steuerten wir beide Inseln mit dem Speedboot von Lanta Garden Hill an. Pro Person zahlten wir 1300 Baht (einschließlich Mittagessen und Marina Park Gebühr).

Um 08:30 Uhr wurden wir abgeholt und mit dem Pick-Up zum Long Beach, Höhe Casuarina Beach Resort, gebracht. Von dort ging es um 9 Uhr los.


Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir Koh Rok - und mir blieb das Herz stehen! Soviel hatte sich innerhalb eines Jahres geändert. Zum einen gab es einen Landungssteg, der zwar die Landschaft verschandelt, aber sinnvoll ist, weil dadurch die Korallen in Ufernähe geschützt werden.

Der Landungssteg vom Wasser aus.
Noch haben die Boote nicht angelegt.
Der Landungssteg vom Ufer aus. Die Invasion hat begonnen.
Außerdem war ein spezieller Bereich zum Baden abgetrennt.

Es ist unglaublich voll!!!
Am schönsten Fleck der Insel (die flache Bucht zwischen Koh Rok Nok und Koh Rok Nai) darf man nicht mehr schwimmen und die Park Ranger achten genauestens darauf, dass man dieses Verbot einhält. Man verstehe diese Maßnahme nicht falsch: Sie dient nicht etwa dem Schutz der Natur, sondern dem Schutz der Touristen, denn genau hier ankern all die Ausflugsboote und schließlich sollen Unfälle vermieden werden ...

Alles in allem war das Inselchen total überlaufen, von Idylle keine Spur mehr.

Wir hatten vor dem Mittagessen, das wie immer am Strand serviert wurde, zwei Schnorchelausflüge vor Koh Rok und auch hier war ich enttäuscht. Es gab nicht allzu viel Lohnenswertes zu sehen, ganz anders als im Jahr zuvor, wo ich wirklich von der Unterwasserwelt begeistert war.


Die besten Fotos vom Schnorcheln vor Koh Rok
Gott sei Dank war dann beim letzten Schnorchelstopp vor Koh Ha (eine Inselgruppe, die aus fünf kleinen Inselchen besteht, "ha" bedeutet auf Thailändisch "fünf") die Unterwasserwelt noch in Ordnung. Nur frage ich mich, wie lange das noch so sein wird.


Ein Teil der Inseln, die zur Koh Ha - Gruppe gehören




Immer wieder mein Lieblingsmotiv: Nemo!
(Clown- bzw. Anemonenfisch)
(Die thailändische Bezeichnung lautet übrigens
Blaa Kartuun - Cartoon-Fisch.)



Der Massentourismus fordert seinen Tribut und ich bin mir darüber im Klaren, dass auch ich Teil des Problems bin. Leider habe ich keine Ahnung, wie die Lösung aussehen könnte. Solange die thailändischen Behörden diverse Tauch- und Schnorchelgebiete immer nur für wenige Monate in der absoluten Nebensaison sperren, ist wohl auch keine Besserung der Lage in Sicht.



Donnerstag, 1. März 2018

Buddhistische Hochzeitszeremonie am Long Beach auf Koh Lanta

Mein Sohn hatte im August 2017 in der Türkei geheiratet. Darüber habe ich - natürlich - ausführlich berichtet.

Leider konnten nur wenige unserer thailändischen Freunde und Bekannte an dem Fest teilnehmen, deshalb habe ich mich sehr gefreut, als mein Sohn und meine Schwiegertochter meinem Vorschlag, während ihres Urlaubs auf Koh Lanta eine buddhistische Hochzeitszeremonie abzuhalten, zustimmten.


Gestern war es soweit: Am Pra Ae (Long Beach) fand die Zeremonie statt. Das Datum wurde nicht - wie eigentlich üblich - von Astrologen bestimmt, sondern von der Zweckmäßigkeit: Die beiden sollten nach ihrer Ankunft am vorigen Wochenende nicht mehr allzu sehr unter dem Jet Lag leiden, heute ist Makha-Bucha-Tag und deshalb darf kein Alkohol verkauft oder konsumiert werden, und nach den Feierlichkeiten sollten Özge und mein Sohn auch noch ein paar Tage zum Relaxen haben. Und ganz wichtig: Die Zeremonie sollte kurz vor Sonnenuntergang stattfinden - wegen der zu erwartenden schönen Fotos.

Ich hatte alle Leute auf der Insel eingeladen, mit denen wir Kontakt haben: Bekannte aus Deutschland, England, Japan und Schweden, natürlich unsere thailändischen Freunde, aber auch die Besitzer nebst Belegschaft unserer Stammrestaurants, der Massageläden und Reisebüros, die wir regelmäßig aufsuchen. Alle sollten bei dem freudigen Ereignis dabei sein!

Die Einladungen verteilte ich auch
auf Englisch und Thai.
Natürlich plagten mich im Vorfeld ein paar Zweifel: Viele unserer thailändischen Freunde sind Moslems (wie ca. 95% der Bevölkerung auf Koh Lanta). Würden sie an einer buddhistischen Zeremonie teilnehmen? Thais tendieren außerdem nicht dazu, eine Rückmeldung auf eine Einladung zu geben, insgesamt war es also ungeheuer schwierig, die Anzahl der Gäste im Vorfeld zu klären. 20 Personen würden sicherlich teilnehmen, aber es könnten genauso gut 80 werden ...

Ich entschied mich, bei meiner weiteren Vorbereitung von 40 Personen auszugehen, also bestellte ich Essen und Hochzeitskuchen für 40. Mit der Organisation der Feier hatte ich einen der vielen Hochzeitsplaner, die es hierzulande gibt, beauftragt, ein weiterer Unsicherheitsfaktor, denn die Bezahlung war im Voraus fällig. Was, wenn es sich um keinen seriösen Partner handelte?

Dann kam der große Tag, und gleich am Morgen: der Schock. Der Hochzeitsplaner hatte mir eine E-Mail geschickt, in der er mich darüber informierte, dass die Zeremonie bereits um 17 Uhr stattfinden müsse (statt um 18 Uhr, denn wir wollten ja den Sonnenuntergang!), denn die Mönche müssten um 18 Uhr zurück im Kloster sein. Ich trug es mit Fassung, denn mit Mönchen argumentiert man nicht. Ich gab die Information an Michael, den Manager vom Pearl Beach Resort weiter, wo der Empfang stattfinden würde, damit er das Essen umdisponieren konnte. Und ansonsten bedeutete diese Planänderung, dass an der eigentlichen Zeremonie weniger Leute als gedacht teilnehmen würden, denn Thais kommen immer irgendwie zu spät, weshalb ich ja auch ursprünglich für 17 Uhr eingeladen hatte. Aber: T.I.T. - This is Thailand. Dschai jenn jenn (ใจเย็น ๆ = kühles Herz, sprich: immer ruhig bleiben).

Um 14 Uhr begannen die Vorbereitungen: Schminken, Frisieren, Ankleiden.



Um 17 Uhr begrüßte das Brautpaar gemeinsam mit Chang und mir die Gäste, dann machten wir uns auf den kurzen Weg zum Strand. Diese Prozession, Khan Maak, gehört mit zu den thailändischen Hochzeitsritualen und wird normalerweise vom Haus des Bräutigams zum Haus der Braut durchgeführt.




Am Strand war bereits alles vorbereitet.



Nachdem die Gäste Platz genommen hatten, kam das Brautpaar und setzte sich den Mönchen gegenüber. Die Zeremonie konnte beginnen!


Nachdem das Brautpaar den Mönchen seinen Respekt bekundet hatte, indem die beiden diese mit dreifachem Wai begrüßten, überreichten sie den Mönchen zunächst Geschenke (jeder Mönch bekam ein Päckchen.)



Anschließend hängten sie sich gegenseitig Blumengirlanden um, was nach buddhistischer Tradition als Schutzsymbol gilt, und danach tupfte der älteste Mönch dem Bräutigam und der Braut mit einer Kerze jeweils drei Punkte auf die Stirn, ein rituelles Glückssymbol für die eheliche Gemeinschaft.





Danach setzten sich die Brautleute zwei weiße Haarkränze auf, die durch eine Schnur miteinander verbunden sind. Dieser Bestandteil der Zeremonie nennt sich Sai Monkhon, sie symbolisiert die schicksalhafte Verbundenheit des Paares unter gleichzeitiger Wahrung der eigenen Individualität. Während sie sich die Kränze aufsetzten, gaben die beiden sich auch das Eheversprechen: "I want to marry you." (Ich will dich heiraten.)



Es folgte ein Gebet der Mönche, sie chanteten für das Brautpaar und die anwesenden Gäste sowie für alle Menschen und sonstigen Wesen auf der Erde, damit diesen Glück beschieden sei und sie vor allem Leid verschont bleiben.

Das Rodt Naam Sang, die Wasserzeremonie, die der rituellen Reinigung dient, wird normalerweise von allen Hochzeitsgästen zelebriert, indem sie Wasser aus einer Muschel über die Hände der beiden Frischvermählten gießen, das in einer mit Blumen gefüllten Schale aufgefangen wird. Bei uns waren es lediglich die beiden Brautleute, die dieses Ritual in leicht abgewandelter Form gemeinsam durchführten. (Der Hochzeitsplaner hätte 5000 Baht extra berechnet, wenn wir diese Zeremonie dazugebucht hätten, das erschien mir doch zu abgehoben.)



Jetzt hatten Chang und ich noch einen kurzen Auftritt. Wir hatten zwar keine Rede vorbereitet, aber ein paar Zeilen sprachen wir dennoch: Wir stellten uns hinter das Brautpaar, legten ihnen die Hände auf die Schultern und sprachen gemeinsam den Satz: "You got our blessings already, now you got the blessings from above. May your future be bright and happy and always full of love." (Unseren Segen habt ihr bereits bekommen, nun habt ihr auch den Segen von oben. Möge eure Zukunft hell und glücklich und immer voller Liebe sein.)

Zum Schluss segnete der älteste Mönch das Brautpaar mit heiligem Wasser und schritt anschließend die Reihen der Hochzeitsgäste ab, um auch diese mit heiligem Wasser zu besprengen.



Alle Hochzeitsgäste bekamen weiße Bänder ums Handgelenk gebunden (Männer rechts, Frauen links), um noch lange von diesem segensreichen Tag zu zehren und damit war der offizielle Teil der buddhistischen Hochzeitszeremonie beendet. Aber bevor die Mönche zurück ins Kloster gefahren wurden, willigten sie noch in ein Fotoshooting mit Brautpaar und Gästen ein.

Alle anwesenden Gäste wurden in den unterschiedlichsten
Konstellationen so fotografiert.
Erst nachdem die Mönche gegangen waren, war es Zeit für einen Hochzeitskuss.


Nun stellten sich die Gäste zum Spalier auf und das Hochzeitspaar schritt durch die Reihen und wurde mit Blütenblättern beworfen.


Zeit für Glückwünsche und Geschenke und ein "offizielles" Gruppenfoto.



Anschließend gab es noch eine Fotosession mit dem Brautpaar am Strand. Hier ein paar Eindrücke und ja, es gab Sonnenuntergangsfotos - und sogar Fotos mit dem Vollmond (nun, fast, eigentlich ist Vollmond ja erst heute, am Makha-Bucha-Tag).





Im Lanta Pearl Beach Resort warteten dann Getränke und Snacks auf die Gäste.


Und am Ende des Abends durfte natürlich die Hochzeitstorte nicht fehlen.



Ich hatte außerdem kleine Geschenke für die Gäste vorbereitet. Alle bekamen zum Abschied eine Tüte mit Süßigkeiten mit auf den Heimweg.


Oh, es war so schön und ich hoffe, dass auch die Leser ein bisschen von der feierlichen und gleichzeitig frohen Stimmung der Zeremonie und anschließenden Feier mitbekommen haben.

Eine buddhistische Hochzeit ist keine religiöse Handlung, vielmehr schafft sich das Brautpaar mit der Zeremonie den Rahmen für eine gemeinsame Entwicklung. Buddha sagte, dass die Ehe auf tiefem gegenseitigen Respekt basieren solle und dass die Eheleute eine gleichwertige Partnerschaft leben sollen. In der Ehe soll eine ausgewogene und harmonische Mischung aus Stärken und Schwächen von Mann und Frau herrschen.

Laut dem Dalai Lama ist Glück der Sinn des Lebens, ein schönes Motto, das wir den Brautleuten mit auf ihren gemeinsamen Lebensweg geben möchten.


PS: Insgesamt waren 31 Leute auf der Feier, vier davon nur kurz. Und ja, auch einige unserer muslimischen Bekannten waren gekommen.

PPS: Wir haben die Zeremonie bei Thailand Wedding mit Sitz in Phuket gebucht. Es gab zwar (aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und unzureichender Erklärungen im Vorfeld) ein paar Reibungspunkte, aber es klappte letztlich alles.


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