Jetzt: Roadtrip durch die USA. Wir sind unterwegs in den Neuenglandstaaten.

Samstag, 14. April 2018

Songkran - Zwischen Ritus und Rummel

Ein frohes Neues Jahr. สวัสดีปีใหม่ทุกคน 

Songkran (สงกรานต์), das thailändische Neujahrsfest, findet jedes Jahr vom 13. bis 15. April statt. Das Wort bedeutet Übergang, Voranschreiten. Man gedenkt dem Vergangenen und feiert den Übergang zu etwas Neuem. (Mehr über das Fest habe ich bereits in einem früheren Post geschildert.)

  
Wie jedes Jahr an Songkran starteten wir den gestrigen Tag gegen 7:30 Uhr mit einem Tempelbesuch.  Zusammen mit unseren Nachbarn fuhren wir zum Waldtempel im Süden der Insel. 


Dieses Jahr konnten wir einige Veränderungen feststellen:

Der Weg zum Tempel ist mittlerweile betoniert und es gibt auch eine neue Sala mit Buddhastatuen sowie eine neue Treppe, die zum Tempel führt.



Außerdem fiel uns links neben der Treppe etwas für uns ganz Neues auf: Es waren zwei Sandpagoden (เจดีย์ทราย = Chedi Sai) errichtet worden und überall um sie herum waren Bänder gespannt, an denen bunte Papierwimpel befestigt waren. Doch davon später mehr.


Wir gingen zunächst einmal in den Tempel und arrangierten wie die übrigen Besucher unsere Gaben für die Speisung der Mönche auf den Tabletts. Wir bringen immer kleine Päckchen Fruchtsaft und  Maismilch mit anstelle von Selbstgekochtem, denn wir kochen praktisch nie. Außerdem legen wir jeweils eine 100-Baht-Note in eine eigens dafür aufgestellte goldene Schale. Diese Spenden, Tham Bun (ทำบุญ), sind gut für das Karma.

Dieses Jahr waren sehr viele Besucher im Tempel und mehr als die Hälfte der Anwesenden war dem Aufruf der Regierung gefolgt, traditionelle Kleidung beim Songkranfest zu tragen.

Das Warten macht hungrig.
Gegen 9 Uhr war es dann soweit: Wir bekamen eine Schüssel mit Reis überreicht und traten gemeinsam mit den anderen Tempelbesuchern auf den Hof, um dort in einer langen Reihe niederzuknien und allen Mönchen, die an uns vorbeizogen, einen Löffel Reis in ihre Schale zu füllen. Zurück im Innern des Tempels nahmen die Mönchen auf einem Podest Platz (siehe erstes Foto des Beitrags) und der Abt hielt seine Predigt. Außerdem fand eine Art Wechselgesang zwischen einem Vorbeter und den anwesenden Gläubigen statt.

Auch die Kleinen beten mit.

Danach wurden die Tabletts mit den Speisen und Getränken den Mönchen angereicht. Nachdem diese sich ihre Schalen gefüllt hatten, bedienten sich die Nonnen und dann wurde das restliche Essen auf einem weiteren Hof unter der neuen Treppe abgestellt, wo die Tempelbesucher es sich teilten. 

Für 10:30 Uhr war die rituelle Waschung der Buddhafigur angekündigt. Bis dahin war noch etwas Zeit, also gingen wir zurück, um die zuvor erwähnten Sand-Chedis in Augenschein zu nehmen. 



Früher brachten die Gläubigen den Sand zum Errichten dieser Pagoden selber mit in den Tempel, heute ordern die Mönche einen LKW, der den Sand ankarrt. Durch den Bau dieser Sandpagoden soll dem Tempel symbolisch der Sand zurückgebracht werden, den die Besucher während des vergangenen Jahres unbeabsichtigt unter ihren Schuhsohlen von dem Gelände weggetragen haben. Die bunten Wimpel sind eine weitere Gelegenheit, um eine Spende abzugeben. Für einen kleinen Geldbetrag kann man seinen Namen auf einen der Wimpel schreiben. Das bringt Glück im neuen Jahr.

Selbstredend haben Chang und ich uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen!

Chang und Khun Dtim beschriften "ihre" Wimpel.
Danach sammelten sich alle Tempelbesucher wieder in dem Hof unter der Treppe, wo bereits alles für die rituelle Waschung der Buddhastatue vorbereitet war.


Das "geheiligte" Wasser ist nicht nur zum Waschen da.
Nach einer weiteren Predigt und einem daran anschließenden Wechselgesang begann die rituelle Waschung der Buddhastatue, gefolgt von der Respektbekundung gegenüber den Mönchen: Man "wäscht" auch ihnen die Hände mit dem parfümierten und mit Blüten versehenen Wasser.



Einer der Mönche spritzte mich übrigens nass, nachdem ich ihm das Wasser in die Hände gegossen hatte! Und auch den meisten anderen Tempelbesuchern ging es nicht besser. Für mich ist es immer wieder überraschend, wie fröhlich und familiär die Zeremonien in einem buddhistischen Tempel ablaufen.



Nun ging es wieder nach Hause. Unterwegs wurde entlang der Straße schon kräftig gefeiert. Das Auto unserer Freunde bekam jede Menge Wasser und Puder ab.

Chang und ich zogen uns um und stürzten uns ins Getümmel.




Ich kriegte natürlich auch meinen Teil ab.


Mein Songkran-Hemd trage ich wirklich nur an Songkran 😉



Warten auf die nächsten "Opfer".



Und für Nachschub war stets gesorgt.



Nach zwei Stunden reichte es uns. Wir waren nass, wir waren müde, die laute Musik war uns zuviel. Also gingen wir nach Hause. Aber andere feierten weiter. Erst nach Sonnenuntergang, so gegen 19 Uhr, verstummte der Lärm, der von der Straße herüberhallte. 
Andernorts gibt es an Songkran Paraden und es wird mehrere Tage lang gefeiert. Aber auf Koh Lanta waren die Songkran-Feierlichkeiten beendet.

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